Dr. Basikow Sachverständigenbüro

Fachgutachten in den Rechtsbereichen: Lebensmittel, Futtermittel, Trinkwasser, Tierwertermittlungen


Lebensmittel

Lebensmittel (auch amtliche Gegenproben) aller Arten und Produktionstufen:

  1. Rohstoffe,
  2. Zwischenprodukte und
  3. Endprodukte

können von uns untersucht und bewertet werden!
Wir bieten Ihnen über das Labor bilacon produktspezifische  Analysen auf :

  1. chemischem,
  2. chemisch-physikalischem und
  3. mikrobiologischem Gebiet an;
  4. Rückstandsuntersuchungen werden ebenfalls durchgeführt

Aus den Ergebnissen, die immer lebensmitterechtlich bewertet und durch ein Gutachten abgerundet werden, überprüfen oder erstellen wir die rechtskonforme Lebensmittelkennzeichnung für Sie!
Wir führen sensorische Untersuchungen und Lagertests (Mindesthaltbarkeistdatum und Verbrauchsdatum) durch und verlängern unter bestimmten Voraussetzungen  das Mindesthaltbarkeitsdatum.

Lebensmittelkennzeichnung

Auf dem Etikett (Kennzeichnungselement) sollen Verbraucher Informationen zu Inhaltsstoffen, Qualitätsmerkmalen und Eigenschaften des Lebensmittels finden. Diese Informationen sollen die Kaufentscheidung erleichtern und den Verbraucher schützen aber auch den Hersteller in seiner Werbung unterstützen. Daher fordert der Gesetzgeber folgende Angaben zur Kennzeichnung:
1. Verkehrsbezeichnung
Die Verkehrsbezeichnung ist der Name des Lebensmittels. Er soll die Art des Lebensmittels beschreiben und es von anderen Produkten unterscheiden. Hier gibt es unzählige Fallstricke.
2. Zutatenverzeichnis
Die Zutaten sind absteigend nach ihrem Gewichtsanteil aufgelistet. Über Zutaten kann man trefflich streiten, meist mit der Behörde vor Gericht.
3. Zusatzstoffe
Zusatzstoffe werden mit dem Klassennamen, dem Namen des Stoffes und der EU-einheitliche E-Nummer genannt aufgeführt. Ob ein Zusatzstoff im Gesamterzeugnis noch eine Wirkung hat, auch darüber wird vor Gericht immer wieder gestritten. Bestimmte Zusatzstoffe sind nur für bestimmte Lebensmittel zugelassen. Hier treffen Realität und Behördenmeinung immer wieder aufeinander.
4. Auflistung der Zutaten von zusammengesetzten Zutaten
5. Mindesthaltbarkeitsdatum/Das Verbrauchsdatum

Wir machen auch Haltbarkeitsnachweisbestimmungen!
6. Füllmenge
7. Herstellerangabe
8. Los- oder Chargennummer
9. Preis

Verlängerung des Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD)
Ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet kein (automatisches) Verkehrsverbot für das Lebensmittel. Es kann allerdings Grund zu der Annahme geben, die Sicherheit des Lebensmittels nach Art. 14 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 zu überprüfen. Ob eine und ggf. welche Prüfung im Einzelfall erforderlich ist, hängt unter anderem von dem betroffenen Lebensmittel, den Umständen der Lagerung und der Dauer der MHD-Überschreitung ab.
Nach Vorstehendem kann das Mindesthaltbarkeitsdatum unter der Verantwortung des Eigentümers einer Ware neu festgesetzt werden, sofern dieser durch angemessene Maßnahmen den Nachweis erbringen kann, dass die Ware sich in einem einwandfreien hygienischen Zustand befindet und somit frei verkehrs- und verzehrsfähig ist. Die durchgeführten Untersuchungen haben sich auf die gesamte Partie zu erstrecken.
In der Regel wird dies eine Inaugenscheinnahme der gesamten Partie sowie ein ergänzende Laboruntersuchung an einer ausgewählten Stichprobe sein. Die Laboruntersuchung umfasst mindestens eine grobsinnliche Untersuchung auf Anzeichen von Verderb, eine mikrobiologische Untersuchung auf Verderbniserreger und ggf. weitere Matrix bezogene Untersuchungen.
Auf der Grundlage der Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen bzw. Untersuchungsschritte kann dann ein angemessenes neues MHD festgelegt werden.
Nachgeordnete Wirtschaftsbeteiligte dürfen das vom Hersteller des vorverpackten Lebensmittels angebrachte MHD nur mit dessen Ermächtigung ändern, wenn sie das Lebensmittel weiterhin in dessen Namen in Verkehr bringen. Eine Ermächtigung ist nicht erforderlich, wenn der nachgeordnete Wirtschaftsbeteiligte die Verantwortung für die verlängerte Haltbarkeit des Lebensmittels übernimmt, indem er sich zu erkennen gibt, d. h. das Produkt nunmehr in seinem Namen in Verkehr bringt.
Davon zu unterscheiden ist die Frage, ob ein Händler ein Lebensmittel mit einem MHD versehen darf, wenn der Hersteller selbiges unterlassen hat. In diesem Fall kann der Händler grundsätzlich die Kennzeichnung nicht nachholen, auch nicht mit Einverständnis des Herstellers. Etwas anderes gilt wiederum nur, wenn er das Lebensmittel unter seinem Namen in Verkehr bringt.
 
Bei loser Ware ist die Angabe eines MHD nicht erforderlich, so dass sich die Frage der Zulässigkeit des Umetikettierens an sich nicht stellt. Sollte aber der Hersteller der losen Ware freiwillig ein MHD angebracht haben - dies ist ihm nicht verboten, er ist lediglich nicht dazu verpflichtet -, dann darf eine Umetikettierung durch nachgeordnete Wirtschaftsbeteiligte nur mit der Ermächtigung des Herstellers erfolgen. Die Ermächtigung ist wiederum nicht erforderlich, wenn der Umetikettierende nach der Umetikettierung die Verantwortung für die Haltbarkeit des Lebensmittels übernimmt.
Lagerung von Waren mit überschrittenem Mindesthaltbarkeitsdatum
Das Lagern von Lebensmitteln ist eine Form des In-Verkehr-Bringens, soweit es zum Zweck des Bereithaltens für Verkaufszwecke erfolgt. Voraussetzung für ein solches Lagern von Lebensmitteln, deren MHD abgelaufen ist, ist eine sorgfältige Prüfung der Beschaffenheit der Lebensmittel und notfalls die Kenntlichmachung einer Wertminderung, die aus der Beschaffenheit des Lebensmittels herrührt und sich nicht zwangsläufig schon aus dem bloßen Ablauf des MHD ergibt.
Kriterien für die Überprüfung der Eigenkontrollmaßnahmen des Lebensmittelunternehmers bei der Verlängerung des MHD durch die amtliche Lebensmittelüberwachung:
Die Neufestlegung eines bereits abgelaufenen MHD erfolgt in der Verantwortung des Lebensmittelunternehmers. Dabei werden bestimmte Mindestanforderungen zur ständigen Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit eingehalten und die Wahrnehmung der Sorgfaltspflicht durch den Lebensmittelunternehmer durch angemessene Dokumentation belegt. Diese werden im Rahmen der amtlichen Kontrollen durch die zuständigen Behörden überprüft. Die Kriterien für eine, angemessene Prüfung und Dokumentation sind in der folgenden Aufstellung aufgeführt:

  1. Erforderlichenfalls durchzuführende Laboruntersuchungen sind in einem akkreditierten Labor vorzunehmen.
  2. Die Probenahme hat so zu erfolgen, dass die Ergebnisse der Warenuntersuchungen eine repräsentative Aussage hinsichtlich der gesamten Partie zulassen. Die Entnahme der Proben kann durch den verantwortlichen Lebensmittelunternehmer oder durch das beauftragte Labor vorgenommen werden.
  3. Das Untersuchungsziel ist es, die Verzehrs- und Verkehrsfähigkeit des in Frage stehenden Produktes bzw. der in Frage stehenden Warenpartie festzustellen. Die Vorgaben der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 bleiben unberührt.
  4. In dem erforderlichenfalls erstellten Gutachten beurteilt das Labor den Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Probenahme und ausschließlich auf der Basis der untersuchten Parameter und gewonnenen Erkenntnisse. Das Labor kann zusätzlich perspektivische Aussagen zur Haltbarkeit der Ware machen, wenn dies vom Auftraggeber gewünscht wird. Der Lebensmittelunternehmer legt in eigener Verantwortung das neue MHD fest.
  5. Das Produkt / die Ware ist ggf. (bei Fleisch) in einem zugelassenen Betrieb auszupacken und dabei einer optischen Kontrolle zu unterziehen, die ebenfalls dokumentierte werden muss. Sollte es auch bei dieser Kontrolle keine Beanstandungen geben, kann die Ware neu verpackt und etikettiert werden. Damit übernimmt derjenige, der diesen Vorgang veranlasst, in vollem Umfang die Verantwortung für die stoffliche Beschaffenheit des Produktes bzw. der Partie sowie für alle Kennzeichnungsangaben wie z. B. das neue MHD. Auf dem Etikett sind die entsprechenden Angaben des (bei Fleisch zugelassenen) Umpackbetriebes und der Name und die Adresse des jetzigen Verfügungsberechtigten aufzuführen, der für die Festlegung des neuen MHD verantwortlich ist. Es ist weiterhin auf die korrekte Angabe des Einfrierdatums zu achten. Es sind die bereits oben gemachten diesbezüglichen Ausführungen zu beachten.
  6. Sämtliche Gutachten und Dokumente der Kontrolle sind beim Eigentümer der Ware aufzubewahren. Zu den Aufbewahrungsfristen der Dokumente wird auf die Leitlinien für die Anwendung der Artikel 11, 12, 17, 18, 19 und 20 der Verordnung (EG) Nr. 178/2002 über das allgemeine Lebensmittelrecht – Schlussfolgerungen des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit, Nr. II 3.2.vi verwiesen

 
Alternative : Verlängerung des MHD ohne Umpacken

 

  1. Es gelten die Kriterien wie oben unter den Punkten 1. bis 5. beschrieben.
  2. Es wird auch bei diesem Verfahren eine Kontrolle der Packstücke wie oben beschrieben durchgeführt und dokumentiert.
  3. Dem Käufer der betreffenden Partie ist schriftlich bekannt zu geben, dass das ursprüngliche MHD abgelaufen ist und neu festgesetzt wurde. Die Information des Käufers wird dokumentiert.
  4. Der verantwortliche Lebensmittelunternehmer trägt in vollem Umfang dafür Sorge, dass bei Abgabe der in Frage stehenden Warenpartie die maßgeblichen Informationen zu der Partie dem Käufer zur Verfügung gestellt werden.
  5. Um die Zielsetzung der Ziffer 4 zu gewährleisten, wird empfohlen, die Versendung der in Frage stehenden Partie „kanalisiert“ zum Käufer der Ware zusammen mit dem Untersuchungsdokument (Gutachten, Eigenkontrolle, neues MHD) durchzuführen. Die Ware ist entsprechend durch Palettenscheine, die den Empfänger und das „neue“ MHD ausweisen, zu kennzeichnen.


Fazit: 

  1. Bei überschrittenem MHD informieren Sie mich bitte, damit eine repräsentative Probe je Charge genommen werden kann.
  2. Aus der Probenuntersuchung wird ein Gutachten von mir erstellt mit einer Prognose der Haltbarkeit.
  3. Die Erstellung der Kennzeichnungselemente (Etiketten) der umgepackten Ware und sämtliche Dokumente werden von mir auf Wunsch übernommen.